Die Energieeinsparverordnung ist ein Teil des
deutschen Baurechts. In ihr werden vom Gesetzgeber, ermächtigt durch das
Energieeinsparungsgesetz, den Bauherren bautechnische Anforderungen zum
effizienten Energieverbrauchihrer Gebäude vorgeschrieben. Sie gilt für Wohngebäude
, Bürogebäude und in gewissem Umfang auch für Betriebsgebäude. Die EneV löst die Wärmeschutzverordnung (WschV) und
die Heizungsanlagenverordnung (HeizAlV) ab und fasste diese zusammen. Sie
trat in ihrer 1. Fassung am 1. Februar 2002 in Kraft, die zweite Fassung folgte
2004. Im Jahr 2006 wurde der Referenzentwurf für die EneV 2007 vorgelegt, welcher am 1.Oktober 2007 in Kraft trat. Am 18.März 2009 hat nun der Bundesrat der nächsten
Etappe – der EneV 2009 zugestimmt, welche mit Wirkung vom 1. Oktober 2009
bestimmend ist.Kernpunkt der EneV 2009 ist die Verschärfung der
energetischen Anforderungen und Nachrüstpflichten.
Der Klimaschutz, die Notwendigkeit des effizienten Einsatzes unserer Rohstoffresourcen, als auch die internationale Entwicklung, erfordern eine völlig neue Denkweise bei der energetischen Bewertung von Gebäuden. Anders als bei denen im Haushalt verwendeten Geräten, die ganz konkret in Energieeffizienzklassen eingeteilt sind, wissen wir im Gegensatz dazu noch sehr wenig über den Energieverbrauch unserer Häuser und Wohnungen. Die Einführung der neuen Energieeinsparverordnung soll dies nun grundlegend ändern. Mit Hilfe eines leicht verständlichen Energieausweises wird der Bauherr, Eigentümer oder Mieter künftig in die Lage versetzt, unterschiedliche Immobilien-oder Wohnungsangebote hinsichtlich ihrer energetischen Qualität zu vergleichen und kann somit selbst Einfluss auf die Höhe der späteren Betriebskosten nehmen. Gerade im Altbau sind riesige Potentiale in Richtung Energieeinsparung vorhanden. Bei der Planung , Ausführung und Nutzung von Wohn-und Nichtwohngebäuden fordert die EneV eine völlig neue Denkweise.
Tendenzen in der Entwicklung
Seit beginn der Diskussion über Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden und dem darauf folgenden Inkrafttreten der sogenannten EU-Gebäuderichtlinie, im Jahre 2003, welche die Mitgliedsstaaten verpflichtet zum 4.1.2006 einen Energiepass für Gebäude einzuführen, hat sich der Umsatz von Dämmstoffen vervielfacht. Auch im Bereich Heizung und Warmwassergewinnung werden mehr und mehr regenerative Energiequellen genutzt. Die Solarenergie gewinnt zunehmend, sowohl in der Wirtschaft, als auch im Privathaushalt an Bedeutung. Seit dem Jahre 2006 kann festgestellt werden, dass das Bewusstsein der Menschen für den Umweltschutz und damit verbundener Co2-Einsparung immer mehr zunimmt und die Einsicht in die Notwendigkeit des Handelns immer tiefer in unseren Köpfen verwurzelt wird. Wer zukünftig nicht saniert, muss langfristig mit Sanktionen rechnen. Diese deutlichen Auswirkungen werden vor allem Mietshausbesitzer verspüren. So dürfen Mieten um 5% und ab 2020 sogar um 15% gekürzt werden, wenn energetische Vorgaben nicht erfüllt sind. Kosten für Dämmung, Fenster und Heizung amortisieren sich wegen tendenziell immer weiter steigender Preise für Gas und Öl zunehmend schneller. Die Amortisationszeit schwankt Schätzungen zufolge zwischen 5 und 20 Jahren. Schon im Jahre 2008 wurden durch die EneV die Grenzwerte für den Heizölverbrauch weiter verschärft. In der nächsten Etappe bis zum Jahr 2012 ist eine weitere Absenkung geplant. Für den Neubau wird die Verwendung von mindestens 15% erneuerbarer Energien vorgesehen, in der Sanierung muss auf mindestens 10% der erneuerbarer Energien zurückgegriffen werden. Die Bundesregierung verfolgt eine konsequente Klima-und Energiepolitik in deren Rahmen immer weitere Anreize für die energieeffiziente Gebäudesanierung geschaffen werden. Es ist das erklärte Ziel bis 2020 den CO2-Ausstoß gegenüber 1990 um 40% zu senken.
Zahlen, Daten, Fakten Ungefähr 60% der deutschen Gesamtwohnfläche entfallen auf Ein-oder Zweifamilienhäuser und etwa 40 % auf Mehrfamilienhäuser. Der Wohnbestand erstreckt sich heute auf 39 Mio. Wohneinheiten in 17,3 Mio Gebäuden. In Summe betrachtet sind 41% dieses Wohnraums aus dem Jahre 1949 bis 1978 und ca. 22% noch älteren Baujahrs. Nur jener Gebäudebestand, der heute max. 30 Jahre alt ist, wurde bisher unter energetischen Gesichtspunkten betrachtet, die jedoch den Anforderungen der EneV längst nicht mehr standhalten. Kurz und gut schlummert gerade in diesem Bereich in riesiges Potential an Energieeinsparmaßnehmen, wobei die Dämmung hierbei eine Spitzenposition einnimmt. Wie akut der Handlungsbedarf auf dem energetischen Sektor ist,zeigen die nachfolgenden Zahlen und Fakten. 450.000 Gebäude müssen in Deutschland energetisch modernisiert werden, um die geforderten Klimaziele der Bundesregierung zu erreichen
Fakt: tatsächlich wurden bisher nur ca. die Hälfte saniert Ca. 35 Liter Heizöl verbraucht ein energetisch unsaniertes EFH jährlich pro m² Wohnfläche Fakt: eine umfassende energetische Sanierung bringt eine Einsparung bis zu 80% der Kosten für Heizung und Warmwasser oder rund 2000€ pro Jahr, gerechnet auf eine Wohnfläche von 120m² Der Ausstoß von 177 Megatonnen Kohlendioxid war 2004 auf Gebäude zurückzuführen.
Fakt: durch energetische Maßnahmen könnten es bis zum Jahre 2020 63 Megatonnen weniger sein Das Baupotenzial allein nur für Wärmeschutzmaßnahmen bei Gebäuden beträgt 200 Milliarden Euro bis 2030, eine Summe, die für mehr Arbeitsplätze und höhere Kaufkraft steht Fakt: durch die Einsparung von Energiekosten haben die Menschen mehr für den Konsum zu Verfügung